Jahresbericht 2025
In den weltweit politisch und gesellschaftlich bewegten Zeiten, in denen nicht zuletzt die persönliche und akademische Freiheit von verschiedenen Seiten auch in traditionell li-beralen Gesellschaften unter Druck kommt, bleibt die Schweiz immer noch ein Land, in dem Wissenschaft in grosser Freiheit betrieben werden kann. Umso grösser ist die Ver-antwortung, die sich für eine Institution wie das Zentrum für Jüdische Studien (ZJS) daraus ableitet, umso mehr, als auch in unserem Land die Stimmung angespannt und die Situation für die jüdische Gemeinschaft und damit verbundene Personen und Grup-pen nicht einfach war.
Das ZJS hat im Wesentlichen im Frühjahrsemester 2025 zwei curriculare Veranstaltungen durchgeführt, die dieser Verantwortung Rechnung zu tragen versuchten, beide gemeinsam mit den Nahoststudien. Alfred Bodenheimer hat gemeinsam mit dem Leiter des Fachbereichs Nahoststudien, Maurus Reinkowski, eine zehnteilige öffentliche Ringvorlesung mit dem Titel „Der Israel-Palästina-Konflikt: Zentralität und Kontext“ durchgeführt. Zwischen der ersten Vorlesung, die sie je persönlich mit ihrer eigenen Perspektive auf den Konflikt und seine aka-demische Behandlung bestritten, und der Abschlussveranstaltung, in der sie gemeinsam drei Schweizer Persönlichkeiten aus wissenschaftlichen und publizistischen Bereichen zum Podi-umsgespräch empfingen, lagen acht Vorträge von Referierenden aus Deutschland, Österreich, Israel, den Palästinensischen Autonomiegebieten und den USA, die unterschiedliche Frage-stellungen hinsichtlich des Konflikts untersuchten. Das Interesse sowohl von Studierenden wie auch der Öffentlichkeit war beträchtlich – für etliche der Vorträge war neben der Aula der Universität auch noch eine Übertragung in einen weiteren Saal des Kollegiengebäudes not-wendig.